Sonntag

Il grande silenzio (1968)

The Great Silence - Leichen pflastern seinen Weg


Also, hier hat der deutsche Titel wiedermal recht - sie pflastern seinen Weg wirklich.

Eigentlich muss ich die Idee loben, ein unkonventionelles Setting (Utah im Winter - so schön kühl) und ein kontroverses Ende, eigentlich gibt's das nicht so oft. Aber oida, ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht.

Die Story macht, was sie soll, und die Besetzung ist wirklich gut. Trintignant fand ich recht umwerfend als stillen Helden, er sieht tatsächlich einfach super aus und passt so gut in diese Rolle. Kinski ist Kinski, und Vonetta McGee gefiel mir auch gut, ihre Rolle war nicht mega interessant geschrieben (what a surprise), aber sie macht ihr Möglichstes.

Frank Wolff als Sheriff gab mir ein paar Rätsel auf - war der jetzt doof, oder ein Genie? Im Grunde auch wieder eine gute Idee, weil es kein eindimensionaler Charakter ist, aber so recht funktioniert hat es nicht.

Marisa Merlini war mein Favorit, füllte die wenigen Lines mit Leben und sah jederzeit so aus, als wäre sie mit einhundert Prozent dabei. Sie hat sich wahrscheinlich mehr Gedanken über den Hintergrund und die Beweggründe ihrer Rolle gemacht als der Drehbuchautor.

Die Musik ist sehr gelungen, das wiederkehrende Thema macht süchtig.

Muss man den gesehen haben? Als Genre-Fan natürlich ja, und auch sonst ist der Film nicht uninteressant, aber in die Fave-Liste wird er's nicht schaffen. Dazu war er dann doch zu langatmig, und das Ende ist halt wirklich oasch.

Lieblingsszene: Die Opening Titles, in der sich Silenzio und das Pferd durch den Tiefschnee quälen (ich hoffe, dem Pferd ging es gut...)