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Sonntag

Il grande silenzio (1968)

The Great Silence - Leichen pflastern seinen Weg


Also, hier hat der deutsche Titel wiedermal recht - sie pflastern seinen Weg wirklich.

Eigentlich muss ich die Idee loben, ein unkonventionelles Setting (Utah im Winter - so schön kühl) und ein kontroverses Ende, eigentlich gibt's das nicht so oft. Aber oida, ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht.

Die Story macht, was sie soll, und die Besetzung ist wirklich gut. Trintignant fand ich recht umwerfend als stillen Helden, er sieht tatsächlich einfach super aus und passt so gut in diese Rolle. Kinski ist Kinski, und Vonetta McGee gefiel mir auch gut, ihre Rolle war nicht mega interessant geschrieben (what a surprise), aber sie macht ihr Möglichstes.

Frank Wolff als Sheriff gab mir ein paar Rätsel auf - war der jetzt doof, oder ein Genie? Im Grunde auch wieder eine gute Idee, weil es kein eindimensionaler Charakter ist, aber so recht funktioniert hat es nicht.

Marisa Merlini war mein Favorit, füllte die wenigen Lines mit Leben und sah jederzeit so aus, als wäre sie mit einhundert Prozent dabei. Sie hat sich wahrscheinlich mehr Gedanken über den Hintergrund und die Beweggründe ihrer Rolle gemacht als der Drehbuchautor.

Die Musik ist sehr gelungen, das wiederkehrende Thema macht süchtig.

Muss man den gesehen haben? Als Genre-Fan natürlich ja, und auch sonst ist der Film nicht uninteressant, aber in die Fave-Liste wird er's nicht schaffen. Dazu war er dann doch zu langatmig, und das Ende ist halt wirklich oasch.

Lieblingsszene: Die Opening Titles, in der sich Silenzio und das Pferd durch den Tiefschnee quälen (ich hoffe, dem Pferd ging es gut...)

Samstag

Dio perdona... Io no! (1967)

God Forgives... I Don't! - Blood River - Gott vergibt ... Django nie! - Gott vergibt ... Wir beide nie - Zwei vom Affen gebissen

Die Titelorgie oben zeigt schon, dass das eine etwas anstrengede Geschichte ist. Ja, es gibt hier die berühmt-berüchtigte andere deutsche Synchronisation, die (auch mithilfe eines feschen Kurzhaar-Schnitts für den Film selbst) daraus eine Komödie macht. Angeblich gibt es auch eine ernste deutsche Synchronisation, zwei schlechte englische, verschiedenste Schnitte und Laufzeiten... Ich weiß nur, es gibt online (auch auf Netflix) grade nur eine Version, und die ist der italienische Dub. Kein schlechter Deal, denke ich. Und die habe ich geschaut.

Und der Film ist nicht schlecht! Mit den späteren Hill/Spencer-Komödien hat er sehr wenig zu tun, er ist furchtbar ernst und auch recht brutal. Beide schauen im Übrigen super aus (ich schreibe das hier immer wieder, aber was soll ich tun, all diese Typen schauen wirklich super aus).

Langsam verstehe ich auch Frank Wolff - der spielt einfach immer so. Alles. So recht anfreunden kann ich mich nicht mit ihm, obwohl er objektiv gesehen einen guten Job macht. Jedenfalls ist er nicht nur "just another villain".

Die Musik wird von Fans weitesgehend gehasst, und tatsächlich krampft es einem alles zusammen, wenn der aggressive Chorgesang aus 1940 da beim Intro los geht. Es gibt aber auch viele gut gelungene musikalische Momente, und zum Schluss hab ich mich fast daran gewöhnt, ständig von einem 50-Personen-Chor angeschrien zu werden.

Gina Rovere wollte ich noch erwähnen. Sie spielt, man glaubt es kaum, eine Prostituierte (gibt es noch andere Frauenrollen in Italowestern?), und ich mochte sie ganz gern. Sie hat das Ganze übrigens tatsächlich in Italienisch gespielt und sich wohl auch selbst synchronisiert, wodurch ihr Spiel viel natürlicher erscheint. Sie hat Ausstrahlung und hätte sie mehr zu tun gehabt, hätte das den Film verbessert.

Aber der geht schon klar. Kann man mal schaun. Die Hauptdarsteller sind einfach spannend zu beobachten, finde ich.

Ich verstehe übrigens nicht, ob Bud (also der im Film, nicht Bud Spencer) seinen Bart zwischen den Szenen immer mal wieder verliert, oder ob das einfach zwei verschiedene Dudes sind. Aber man muss ja nicht alles verstehen.

Lieblingsszene: Bills Burgversteck (angeblich San Ramón, Almería) schaut von außen voll super aus.