Posts mit dem Label Sergio Leone werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Sergio Leone werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag

Per qualche dollaro in più (1965)

For a Few Dollars More - Für ein paar Dollar mehr
 

Hui. Wenn dieser Film in den Saloon tritt, hört die Musik auf zu spielen. Vielleicht der beste Spaghetti-Western aller Zeiten? Jedenfalls ist die Story interessant, und Eastwood hat wohl nie besser ausgesehen. Cineastisch und musikalisch herausragend, aber das weiß ja wirklich sogar der letzte Spaghetti-Verächter ohnehin schon. Harmlos ist der Film aber natürlich nicht, es wird zwar viel gestarrt (sehr viel) und fake geschossen (pfffiiiuuu!), aber es sind auch ein paar heftigere Szenen dabei.
 
Lieblingsszene: Wie El Indios Bande die Bank und deren Wächter ausspioniert.

Sonntag

Per un pugno di dollari (1964)

 A Fistful of Dollars - Für eine Handvoll Dollar
 

Tja, der wirkt irgendwie tapsig im Vergleich zu "A Few Dollars More", nicht? Die Story ist eher doof, und die Charaktere auch. Es ist alles ziemlich uninteressant. Ja, es gibt die Musik, die Settings, aber aus der Trilogie wirkt dieser hier am ehesten wie ein Bud-Spencer-Film. Ob einen das jetzt anspricht ist natürlich Geschmackssache. Mir gefällt's nicht (mehr) besonders.
 
Lieblingsszene: Wo sie wie in "Winnetou" zwischen Felsen herumreiten.

Samstag

Il buono, il brutto, il cattivo (1966)

The Good, the Bad and the Ugly - Zwei glorreiche Halunken
 

Ich nehme an, die Deutschen Titelvergeber haben es echt versucht, aber es klang einfach nicht gut. Naja, sie haben den Film aber recht gut erfasst, schließlich hat Van Cleef hier überhaupt nichts zu tun, und Eastwood (etwas weniger) und Wallach (sehr viel) teilen den Ruhm.
 
Ich nehme außerdem an, hier traute sich schon niemand mehr dem Sergio mal zu sagen "Dude, this is way too long". Ich war fast etwas enttäuscht, dass es nicht noch mehr cinematographisch strahlende Szenen gibt (es gibt sie natürlich schon, nur halt nicht oft genug). Dafür sind all die Bürgerkriegs-Szenen einfach langweilig und uninteressant, noch dazu mit dieser Tröt-Hero-Musik unterlegt. Insgesamt eher unausgewogen, viel Gutes, viel Ödes. Und "Buono" ist hier natürlich niemand, es ist eine ziemliche Arschloch-Veranstaltung. Achja, die Musik: Saugeil, mit der oben erwähnten Ausnahme.
 
Lieblingsszene: Wenn die herrenlose Kutsche in der Wüste herbeirast.

Freitag

C'era una volta il West (1968)

Once Upon a Time in the West - Spiel mir das Lied vom Tod
 
Du meine Güte. Leone erklärt hier Dinge eeeeewig lang, die keiner Erklärung bedürfen, dafür erklärt er die wichtigen Plotpoints gar nicht oder irgendwie in Nebensätzen. Ja, vielleicht will er damit sagen, dass Plots unwichtig sind, und Style wichtiger. So kann man dann den Film vielleicht genießen. Ich kann es anscheinend nicht. Es ist einfach uninteressant und ja, seufz, viel zu langsam. Ein paar langsame Szenen am Anfang sind ja stilistisch gut, aber nach zwei Stunden lässt man irgendwann den Nacken nach hinten kippen, und es ist einem einfach schon egal.

Und zwar auch, weil die Charaktere so anstrengend sind. Cardinales Jill geht einem nach hoffnungsfrohem Start nur noch auf die Nerven, Bronsons Typen versteht man halt zweienhalb Stunden nicht (auch find ich nicht, dass er an Eastwood heranreichen kann), Fondas Bösewicht ist so ein Superarschloch, dass man ihm gar nicht zuschauen möchte, und Robards ist all over the place und irgendwann plötzlich scheinbar gewandelt, ohne Grund. Ja, ich sag's noch schnell: Ja, die Musik, und ja, die Cinematographie. Who cares.

Lieblingsszene: Von mir aus die Szene, als Jill mit dem Zug ankommt und langsam merkt, dass da irgendwas nicht stimmt. Da hat man als Zuschauer auch noch Hoffnung.